Was ist ein Multizyklon?
Ein Multizyklon ist ein Fliehkraftabscheider aus vielen parallel geschalteten Zyklonrohren zwischen einem oberen Reingasraum und einem gemeinsamen Aschetrichter. MDSJ Process — DUCON fertigt ihn als Vorabscheider für staubbeladene Abgase aus Kesseln und Trocknern.
- Funktionsprinzip: Das Rohgas tritt axial über feste Leitschaufeln (8 Schaufeln, 40°) in jedes Rohr ein. Im Rohr entsteht ein abwärts drehender Wirbel; der Staub wird an die Wand geschleudert und fällt in den Trichter. Das Reingas verlässt das Rohr über das Tauchrohr (Ø120) in den Reingasraum.
- Rohrdurchmesser: Ø150 mm für Feinasche und hohen Abscheidegrad, Ø230 und Ø320 mm für hohe Staublast und grobes Korn.
- Werkstoff: Rohre und Schaufeln aus Grauguss EN-GJL-250 (GG25), 8 mm Wanddicke mit Verschleißzuschlag, keine Auskleidung; alternativ Stahlrohre S355JR. Gehäuse geschweißt, gasdicht, außen versteift. Pyramidentrichter ≥60°, Austrag über Zellenradschleuse.
Druckverlust und Abscheidegrad
Der Druckverlust steigt mit dem Quadrat der Rohrgeschwindigkeit. Höhere Geschwindigkeit verkleinert das Trennkorn und erhöht den Abscheidegrad. Typisch sind 5–20 mbar; bei Kesselasche liegt der Abscheidegrad je nach Korngrößenverteilung bei 80–95 %.
- Auslegungsbeispiel: 100.000 m³/h Abgas eines Biomasse- und Klärschlammkessels, 157–180 °C, 6,0 g/Nm³ Rohgasstaub, d50 52 µm, zwei parallele Module.
- Variante A, 132 Elemente: 11,9 m/s, 8–9,6 mbar, Abscheidegrad etwa 83 %, Reingas ≤1,0 g/Nm³.
- Variante B, 96 Elemente: 16,4 m/s, 15–18 mbar, Abscheidegrad etwa 92 %, Reingas ≤0,5 g/Nm³.
Rolle vor dem Gewebefilter
Ein Reingaswert von 0,5–1,2 g/Nm³ liegt über den meisten Emissionsgrenzwerten. Der Multizyklon arbeitet deshalb als Vorabscheider: Er hält Grobstaub, Funken und Glutteile vom nachgeschalteten Gewebe- oder Elektrofilter fern und senkt dessen Staublast. Er hat keine beweglichen Teile; gewartet werden Kontrollöffnungen, Verschleiß an Schaufeln und Rohren sowie die Trichterdichtheit.