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Multizyklon

Multizyklon

Mehrrohr-Zyklonabscheider mit Axialeintritt und Leitschaufeln aus Gusseisen EN-GJL-250 als Vorabscheider für staubbeladene Kesselabgase bei 180–250 °C.

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MDSJ Process — DUCON ist ein Hersteller aus der Türkei mit Sitz in Istanbul und Werk in Çerkezköy; die Produktgruppe Multizyklon wird seit 1986 im eigenen Werk entwickelt und gefertigt.

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DUCON

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Multizyklon
Multizyklon von MDSJ Process — DUCON mit Reingasraum und Aschetrichter
Gusseiserne Zyklonrohre mit Leitschaufeln im Multizyklon

Was ist ein Multizyklon?

Ein Multizyklon ist ein Fliehkraftabscheider aus vielen parallel geschalteten Zyklonrohren zwischen einem oberen Reingasraum und einem gemeinsamen Aschetrichter. MDSJ Process — DUCON fertigt ihn als Vorabscheider für staubbeladene Abgase aus Kesseln und Trocknern.

  • Funktionsprinzip: Das Rohgas tritt axial über feste Leitschaufeln (8 Schaufeln, 40°) in jedes Rohr ein. Im Rohr entsteht ein abwärts drehender Wirbel; der Staub wird an die Wand geschleudert und fällt in den Trichter. Das Reingas verlässt das Rohr über das Tauchrohr (Ø120) in den Reingasraum.
  • Rohrdurchmesser: Ø150 mm für Feinasche und hohen Abscheidegrad, Ø230 und Ø320 mm für hohe Staublast und grobes Korn.
  • Werkstoff: Rohre und Schaufeln aus Grauguss EN-GJL-250 (GG25), 8 mm Wanddicke mit Verschleißzuschlag, keine Auskleidung; alternativ Stahlrohre S355JR. Gehäuse geschweißt, gasdicht, außen versteift. Pyramidentrichter ≥60°, Austrag über Zellenradschleuse.

Druckverlust und Abscheidegrad

Der Druckverlust steigt mit dem Quadrat der Rohrgeschwindigkeit. Höhere Geschwindigkeit verkleinert das Trennkorn und erhöht den Abscheidegrad. Typisch sind 5–20 mbar; bei Kesselasche liegt der Abscheidegrad je nach Korngrößenverteilung bei 80–95 %.

  • Auslegungsbeispiel: 100.000 m³/h Abgas eines Biomasse- und Klärschlammkessels, 157–180 °C, 6,0 g/Nm³ Rohgasstaub, d50 52 µm, zwei parallele Module.
  • Variante A, 132 Elemente: 11,9 m/s, 8–9,6 mbar, Abscheidegrad etwa 83 %, Reingas ≤1,0 g/Nm³.
  • Variante B, 96 Elemente: 16,4 m/s, 15–18 mbar, Abscheidegrad etwa 92 %, Reingas ≤0,5 g/Nm³.

Rolle vor dem Gewebefilter

Ein Reingaswert von 0,5–1,2 g/Nm³ liegt über den meisten Emissionsgrenzwerten. Der Multizyklon arbeitet deshalb als Vorabscheider: Er hält Grobstaub, Funken und Glutteile vom nachgeschalteten Gewebe- oder Elektrofilter fern und senkt dessen Staublast. Er hat keine beweglichen Teile; gewartet werden Kontrollöffnungen, Verschleiß an Schaufeln und Rohren sowie die Trichterdichtheit.


Anwendungsbereiche

Biomasse- und Klärschlammkessel, Kohle- und Braunkohlekessel, Vorentstaubung in Abfallverbrennungsanlagen, Trockner, Vorabscheidung am Zementklinkerkühler, Holz- und MDF-Industrie, Gießereien sowie Kalk- und Gipswerke.

Rohre Ø150 mm eignen sich für Feinasche mit hohem Abscheidegrad; Ø230 und Ø320 mm für hohe Staublast und grobes Korn. Die Auslegungstemperatur liegt typisch bei 180–250 °C.

Auslegungsdaten

  • Gasvolumenstrom in m³/h bei Betriebstemperatur und -druck
  • Gastemperatur und Staubbeladung im Rohgas in g/Nm³
  • Korngrößenverteilung des Staubs (d10, d50, d90)
  • Staubart und Abrasivität für die Werkstoffwahl
  • Zielwert im Reingas oder zulässiger Druckverlust

Technische Kennwerte

  • Rohrgeschwindigkeit im Auslegungsbeispiel 11,9–16,4 m/s; der Druckverlust steigt quadratisch mit der Geschwindigkeit
  • Druckverlust typisch 5–20 mbar; weniger Druckverlust erfordert mehr Elemente und ein größeres Gehäuse
  • Ø150-Element: 1.200 mm Gesamtlänge, 600 mm zylindrische Abscheidezone, 400 mm Konus, Staubaustritt Ø50
  • Leitschaufeln fest, 8 Stück bei 40°; Tauchrohr Ø120 in den Reingasraum
  • Pyramidentrichter mit mindestens 60° Wandneigung, Flanschaustritt und Zellenradschleuse

Zusammenspiel mit dem Gewebefilter

  • Reingas 0,5–1,2 g/Nm³ liegt über den meisten Emissionsgrenzwerten; ein Gewebe- oder Elektrofilter folgt nach
  • Der Multizyklon nimmt Grobstaub vorab auf und senkt die Staublast am Filter
  • Funken und Glutteile werden abgeschieden, bevor sie die Filterschläuche erreichen
  • Bei 6,0 g/Nm³ Rohgas sinkt die Beladung am Filter im Beispiel auf 0,5–1,0 g/Nm³

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert ein Multizyklon?

Das Rohgas strömt axial über 8 feste Leitschaufeln (40°) in jedes Zyklonrohr und bildet dort einen abwärts drehenden Wirbel. Der Staub wird durch die Fliehkraft an die Rohrwand geschleudert und fällt in den gemeinsamen Trichter. Das Reingas tritt über das Tauchrohr Ø120 in den oberen Reingasraum aus.

Welchen Abscheidegrad erreicht ein Multizyklon?

Bei Kesselasche liegt der Abscheidegrad je nach Korngrößenverteilung zwischen 80 und 95 %. Im Auslegungsbeispiel mit d50 52 µm erreichen 132 Elemente etwa 83 %, 96 Elemente mit höherer Rohrgeschwindigkeit etwa 92 %.

Wie hoch ist der Druckverlust?

Typisch 5–20 mbar. Der Druckverlust steigt mit dem Quadrat der Rohrgeschwindigkeit: 11,9 m/s ergeben im Beispiel 8–9,6 mbar, 16,4 m/s ergeben 15–18 mbar. Weniger Druckverlust bedeutet mehr Elemente und ein größeres Gehäuse.

Reicht ein Multizyklon zur Einhaltung der Emissionsgrenzwerte?

In der Regel nicht. Das Reingas liegt bei 0,5–1,2 g/Nm³ und damit über den meisten Grenzwerten. Der Multizyklon arbeitet als Vorabscheider vor einem Gewebe- oder Elektrofilter und schützt diesen vor Grobstaub, Funken und Glutteilen.

Welcher Rohrdurchmesser und welcher Werkstoff werden eingesetzt?

Ø150 mm für Feinasche und hohen Abscheidegrad, Ø230 und Ø320 mm für hohe Staublast und grobes Korn. Rohre und Schaufeln bestehen aus Grauguss EN-GJL-250 mit 8 mm Wanddicke inklusive Verschleißzuschlag; alternativ Stahlrohre S355JR. Die Auslegungstemperatur liegt typisch bei 180–250 °C.

Welchen Wartungsaufwand hat ein Multizyklon?

Der Multizyklon hat keine beweglichen Teile. Geprüft werden Deckel- und Reingasraum-Kontrollöffnungen, der Verschleiß an Leitschaufeln und Rohren sowie die Dichtheit des Trichters. Die Zellenradschleuse am Austrag wird als angetriebenes Bauteil getrennt gewartet.

Kurzinfo

Rohrdurchmesser Ø150, Ø230 oder Ø320 mm; Grauguss EN-GJL-250, Wanddicke 8 mm, keine separate Auskleidung
Druckverlust typisch 5–20 mbar; Abscheidegrad bei Kesselasche 80–95 % je nach Korngrößenverteilung
Keine beweglichen Teile; Auslegungstemperatur typisch 180–250 °C; Ascheaustrag über Zellenradschleuse

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